Disneyland Paris

Das Euro Disney Resort Paris öffnete nach einer fünfjährigen Bauphase am 12. April 1992 seine Tore. Der Park erstreckt sich sich über eine knapp 2000 Hektar große Fläche, die in der zur Ville nouvelle Marne-la-Vallée gehörenden Kommune Chessy liegt, welche 32km östlich von Paris liegt.


Bis 1994 trug der Park den oben genannten Namen, 1995 wurde er in Disneyland Paris geändert. 2002 kam dann auch der Walt Disney Studios Park hinzu.


Seit Beginn besteht das Disneyland aus den 5 Ländern:


Mai Street U.S.A.: Hier findet man überwiegend Restaurants und Geschäfte. Die Gebäude sind dem Baustil der USA um die Jahrhundertwende nachempfunden. Es fahren die „Main Street Vehicles“ und der Hauptbahnhof der „Disneyland Railroad“ befindet sich hier. Außerdem findet auf der Hauptstraße die „Disney Magic on Parade“ (die offizielle Disneyparade) statt.


Frontierland: Im Stil einer typischen Wild-West-Kulisse findest du hier Attraktionen wie den „Big Thunder Mountain“ und „Phantom Manor“. Typische Disneyfiguren findest du im „Pocahontas Indian Village“, einem Spielplatz für Kinder.


Adventureland: Wie der Name schon sagt, sind hier die Abenteurer zu Hause. Themen wie Indianer Jones und die Märchenstadt Agrabah und auch die Piraten haben hier ihren Platz. Attraktionen wie „Pirates of the Caribbean“ und „Indianer Jones and the Temple of Peril“ kann man hier finden.


Fantasyland: Der wohl schönste Bereich für die Kinder, denn hier sind die meisten klassischen Disneyfiguren und ihre Geschichten zu finden. Schneewittchen, Pinocchio, Peter Pan, Alice im Wunderland, alle sind sie hier. Natürlich auch eine „langsame“ Familienachterbahn, das berühmte Schloss von Disney und weitere Attraktionen verschönern diesen Bereich.


Discoveryland: Es wird im englischen auch Tomorrowland genannt. Dieser Name verrät schon die futuristische Gestaltung dieses Bereichs aus der Sicht eines Visionärs aus dem 19. Jahrhundert. Die berühmte Achterbahn „Space Mountain“ und auch neuere Attraktionen wie „Buzz Lightyear Laser Blast“ sind hier angesiedelt.


Diese 5 Länder befinden sich rund um das Märchenschloss „ Le Château de la Belle au Bois Dormant" bzw. "Sleeping Beauty Castle“, das Herzstück jedes Disneylands.


Dazu kommen die sechs noch heute bestehenden Disney Hotels: Disneyland Hotel, Hotel New York mit Kongresszentrum, Newport Bay Club, Sequoia Lodge, Hotel Cheyenne und Hotel Santa Fe. Außerdem eine Bungalow- und Camping-Anlage (Davy Crockett Ranch), dem Vergnügungsviertel – was das heutige Disney Village ist – und einem 27-Loch-Champoinship-Golfplatz


Das Disneyland Paris ist dennoch etwas anders, als die ersten Disneylands, die in den USA eröffnet wurden und greift europatypische, oder -angemessene Gegebenheiten auf.


So hat man zum Beispiel bei dem disneytypischen Schloss eine futuristische Variante durchdacht, jedoch setzte sich das klassische Märchenschloss am Ende durch. Allerdings wurde es noch märchenhafter gestaltet, da die Einflüsse der historischen Schlösser in Europa mit aufgegriffen wurden. Ein weiterer Punkt ist die Anpassung an die vorherrschenden Wetterverhältnisse. So sind mehr Laufwege und Wartebereiche überdacht worden, als es in anderen Disney-Parks der Fall ist.





Aber warum kam das europäische Disneyland jetzt nach Paris?


Nach der erfolgreichen Eröffnung des Disneyland in Anaheim und bald darauf auch in Orlando war es bereits frühzeitig klar, dass es auch einen Disney-Park in Europa geben soll.


Doch die Antwort auf die Frage, warum gerade Frankreich ein naheliegender Ort für das Euro Disney gewesen ist, bleibt noch offen. Aus dem Namen lässt es sich bereits ein wenig erahnen oder ableiten. „Disney“ kommt von „D´Isigny“, was soviel bedeutet wie „aus Isigny“. In der Normandie in Frankreich liegt der Ort Isigny-Sur-Mere, der für seine Butter weltberühmt ist und auch zum Beispiel in den Restaurants im Disneyland in der Main Street serviert wird. Eine Verbindung zu Frankreich hat es somit schon lange gegeben.


Dennoch war es ein langer Weg bis der erste Disney-Park wirklich nach Europa kam. Bereits 1972 gab es Überlegungen hierfür, die aber vorerst wieder auf Eis gelegt wurden und somit Tokio das erste Disneyland außerhalb der USA bekam.




Durch den Disney Chef Michael Eisner begannen in den frühen 80er Jahren dann die konkreten Bemühungen einen geeigneten Standort für ein Euro Disney zu finden.


Vier Länder standen hierfür zur engeren Auswahl:


Großbritannien hatte den großen Vorteil der geringen Sprachbarriere. Doch das schlechte Klima und der Mangel an geeigneter Fläche sprachen dagegen.


Die gute Infrastruktur und das hohe Durchschnittseinkommen machte Deutschland für einen Standort sehr interessant. Allerdings entstanden dadurch auch hohe Ladenpreise und der ebenfalls bestehende Mangel an Bauflächen ließen auch Deutschland ausscheiden.


Als drittes war Spanien, besonders aufgrund des Klimas, ein hervorragender Standort. Schwierige politische Situationen – Spanien war erst wenige Jahre zuvor eine Demokratie geworden - und die schlechte Infrastruktur sprachen jedoch zu sehr dagegen.


Frankreichs Regierung war sehr gewillt das Projekt zu unterstützen und somit gab es gleich zwei Standorte die sich eigneten. Diese waren Marseille und Paris. Doch der Untergrund des gedachten Geländes und die vorhandenen massiven Felsformationen ließen Marseille ausscheiden.

Komponenten wie die zentrale Lage von Paris in Europa (68 Millionen Menschen lebten innerhalb einer 4 stündigen Auto-Entfernung, 300 Millionen innerhalb von 2 Flugstunden) und Paris als genereller Touristenmagnet brachten Michael Eisner dazu sich persönlich von dem Standort zu überzeugen. So teste er selbst, dass die Fahrt mit der Metro vom pariser Stadtzentrum nur 45 Minuten bis zum geplanten Euro Disney Standort bei Marne-la-Vallée dauerte. Damit war die Entscheidung gefallen und am 24. März wurde ein Vertrag für den Bau des Euro Disneyland zwischen dem französischen Ministerpräsidenten Jacques Chirac und Michael Eisner geschlossen. Euro Disney sollte kommen.


Wie anfänglich erwähnt, gab man sich viel Mühe, das Disneyland an europäische Verhältnisse anzupassen. Dennoch blieb der große Erfolg zunächst aus. Dies lag unter anderem an Fehlern seitens des Disneykonzerns, die insbesondere die Preise zu hoch ansetzten. Aber auch an der Presse in Frankreich, welche die amerikanischen Einflüsse und somit die Zerstörung der französischen Kultur in den Vordergrund drängten.


Auch wenn das Disneyland direkt zu Beginn Millionen von Besuchern hatte, reichte es noch nicht aus, um die finanzielle Lage zu stabilisieren, so wurden 1994 weitere Maßnahmen ergriffen.


So wurde ein neuer Geldgeber mit ins Boot geholt und auch der Name 1995 in Disneyland Paris geändert. Die Änderung des Namens ergab sich, da die Vorsilbe „Euro“ nach Meinung der Europäer einen negativen Beigeschmack hatte, der an Geldgeschäfte erinnerte. Zusätzlich wurde auch noch eine neue Attraktion, „Space Mountains – de la Terre á la Lune“, im Discoveryland eröffnet, die Ende 1995 das Disneyland endlich in die schwarzen Zahlen brachte.


Weitere Neuerungen folgten sowohl im Disneyland-Park wie auch auf dem gesamten Resort-Gelände.


Es wurde ein Geschäfts-, Einkaufs- und Wohnkomplex errichtet. Mit externen Hotelketten entstanden sechs neue Hotels: Marriott´s Village d´lle-de-France, Radisson BLU Hotel, Vienna International Magic Circus Hotel (ursprünglich Holiday Inn Magic Circus Hotel), Vienna International Dream Castle Hotel, My Travel´s Explorers Hotel und Kyriad Hotel. Im Disney Village entstand mit dem Newport Bay Club ein weiteres Kongresszentrum.


Das größte Projekt was bereits 1995 geplant wurde war jedoch der Bau der Walt Dinsey Studios Paris. Ein zweiter Themenpark, der zwischen dem Disneyland-Park und dem Disney Village gebaut und am 16. März 2002 dann eröffnet wurde. Leider wurden auch hier wieder einige Fehler des ersten Parks wiederholt und man hat auch einige neue hinzugefügt: Die Thematisierung war disney-untypisch und nur sehr sporadisch vorhanden. Die Preise waren erneut viel zu hoch und so war es nicht verwunderlich, dass es wieder zu einer massiven finanziellen Schieflage kam, die nur mit erneuten Investitionen und dem Bau neuer Attraktionen verbessert werden könnte. So zogen 2007 Attraktionen wie „Tower of Terror“, „ Crushs Coaster“ und der neue Bereich „Toon Studios“ in die Walt Disney Studios ein und machten sie so erst zu einem vollwertigen Park. 2010 erfolge die nächste Erweiterung mit dem „Toy Story Playland“ mit drei neuen Attraktionen und 2014 erhielt der Bereich rund um den Place de Remy mit der Attraktion „Rattatouille The Adventure“ eine neue Sensation.


Seit 2002 gab es in dem Disneyland-Park keine großen Änderungen außer der Attraktion „Buzz Lightyear Laser Blast“ im Jahr 2006 und den Meet & Greets von Mickey Mouse und dem Prinzessinnen Pavillon. Andere Attraktionen wurden renoviert und Shows und Paraden erneuert.




Es wird weiterhin an der Preisgestaltung gearbeitet, die das Disney Resort immer wieder in finanzielle Schwierigkeiten bringt. So sind beispielsweise die Preise für Jahreskarten nicht angemessen und sind maßgeblich an den finanziellen Schwierigkeiten mit verantwortlich.


Derzeit sind wir weiterhin gespannt, ob es in den nächsten Jahren eine Umgestaltung einiger Bereiche der Walt Disney Studios zu einem Marvel Land geben wird.


Es bleib abzuwarten was Disney in Zukunft noch für uns bereithalten wird.

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