​Phantasialand - Ein Freizeitpark im stetigen Wandel

Phantasialand - Ein Freizeitpark im stetigen Wandel



Das Phantasialand in Brühl ist einer der ältesten Freizeitparks in Europa. Auf einer Fläche von rund 28 Hektar wurde es 1967 von Gottlieb Löffelhardt und Richard Schmidt eröffnet. In einem ehemaligen Braunkohle-Tagebau war das Phantasialand in seinen Anfängen ein Märchenwald. Ursprünglich wollte Richard Schmidt so die zahlreichen Fernsehpuppenspiele, die er betreut hatte, der Allgemeinheit dauerhaft zugänglich machen. Neben dem Märchenwald gehörten zu den ersten Attraktionen auch Fahrgeschäfte wie die Oldtimerfahrt, die Westerneisenbahn, ein Abenteuerspielplatz und das Hawaii-Restaurant.

Schon in seinem ersten Jahr zählte der Park bereits 400.000 Besucher. So wurde eine Erweiterung beschlossen, die das Phantasialand auch für das erwachsene Publikum interessanter machen sollte.



So eröffnete 1970 der Bereich „Alt Berlin“, in dem sich in einem Maßstab von 1:2 Nachbauten vom Brandenburger Tor, der dazugehörigen Straße „Unter den Linden“ im Stil der 1920er und 1930er Jahr und dem Neptunbrunnen befanden. Hierdurch entstand ein neuer Parkeingang. Dieser war ähnlich in Anlage und Funktion der aus dem Disneyland bekannten Main Street U.S.A. Ebenfalls eröffnete in diesem Jahr die Gondelbahn „1001 Nacht“, die als erster stationärer Dark Ride Deutschlands gilt. Im Folgejahr 1971 wird im Umfeld der Gondelbahn die „Bottichfahrt“ eröffnet, die 1993 in den „Walzertraum“ umgewandelt wird.

Kurze Zeit später, im Jahr 1972, wird weiteres Gelände erschlossen, auf dem die Westernstadt „Silver City“ mit der ersten Wildwasserbahn Deutschlands und zwei weiteren Achterbahnen eröffnet, 1975 die „Bobbahn1“, welche später zur „Gebirgsbahn“ umgebaut wird und 1978 die „Bobbahn 2“, die spätere „Grand Canyon Bahn“. Aufgrund von zahlreichen Beschwerden von Anwohnern, wird dieses Gebiet mit künstlichen Gebirgsmassiv umbaut, um so einen Lärmschutz zu errichten.

Nach der Beschädigung der Piratenhöhle der Attraktion „Seeräuberfahrt nach Carthagena“ durch einen Sturm im Jahr 1978 wird diese zur „Wikinger-Bootsfahrt“ umthematisiert.

Eine weitere Attraktion entstand im Jahr 1974 mit der Einschienenbahn „Phantasialand-Jet“. Die ursprüngliche Idee, die Bahn als Nahverkehrsmittel zum Bahnhof zu nutzen, wurde jedoch nie umgesetzt.

Die nächste große Investition wurde 1981 getätigt, mit dem Bau eines weiteren Bereiches, dem „China Town“. Der Bau dauerte 2 Jahre und das Phantasialand investierte rund 25 Millionen DM in dieses Projekt. Eines der bis dahin größten Investitionen des Parks. Hierfür hat man 1,3 Millionen Bauteile in Taiwan fertigen lassen, welche zur größten Ansammlung chinesischer Gebäude außerhalb Asiens zusammengebaut wurden. Für diese Meisterleistung erhielt das Phantasialand sogar die taiwanische Kulturmedaille.

Jetzt war die maximale Größe der möglichen Betriebsfläche erreicht. Um neue Attraktionen bieten zu können, wurde das Parkgelände nachverdichtet und Attraktionen zurückgebaut. Zunächst sollten schnellere und aufregendere Fahrgeschäfte gebaut werden.



Zum 20. Geburtstag eröffnete die „Magic World of Siegfried und Roy“, eine Ausstellung über das Magier-Duo, welches dem Park anlässlich des Geburtstages zwei ihrer weißen Königstiger schenkte. Für die Tiger wurde ebenfalls ein eigenes Gehege errichtet. Die Ausstellung konnte bis zum Jahr 1995 besucht werden. Passend zum 25. Geburtstag 1992 gaben Siegfried und Roy einen Gastauftritt.

Über die Jahre folgten immer weitere Attraktionen:



1988 das „Space Center“, als längste Dunkelachterbahn der Welt.



1990 die Wasserfahrt „Hollywood Tour“.



1994 der Simulator „Galaxy“, mit einem eigens für den Park produziertem Video. Im Jahr 2006 erhielt die Attraktion eine neue Thematik und damit auch einen neuen Film und wurde in „Race for Atlantis“ umbenannt. Die goldene Kuppel, die seit der ersten Eröffnung das Gebäude zierte, war bis zum seinem Abriss 2016 eines der markantesten Punkte im Park.



1996 eröffnete die Minenachterbahn „Colorado Adventure“, die von Michael Jackson getauft wurde. Auch hier wurden nachträglich Lärmschutzeinrichtungen errichtet und die Bahn etwas zurückgebaut, da es erneut zu Beschwerden der Anwohner kam.

1998 war für das Phantasialand ein weiteres wichtiges Jahr. Neben der Eröffnung, der noch heute als Wahrzeichen sichtbaren, 65 m hohen Attraktion „Mystery Castle“, übernahm Robert Löffelhardt, Sohn des Mitgründers Gottlieb Löffelhardt, die alleinige Geschäftsführung, nachdem er 1995 bereits die Anteile von Richard Schmidt übernommen hatte.

Eine Tragödie erlitt das Phantasialand 2001 bei einem Großbrand infolge eines technischen Defektes an der „Grand-Canyon-Bahn“. Hierbei wurden 63 Personen leicht verletzt und es entstand ein Sachschaden in Höhe von 38 Millionen Euro. Von dem Schaden betroffen waren neben der Bahn auch die künstliche Gebirgsmasse sowie die „Gebirgsbahn“ und dadurch auch die Schienen des „Phantasialand-Jets“, das Dach des „Tanagra-Theaters“ und Teile der Westernstadt. Infolge dieser Katastrophe wurden 2 Millionen Euro in den Brandschutz investiert.



Die Eröffnung von „Wuze-Town“, mit den Attraktionen „Winja´s Fear & Force“ und dem „Tittle Tattle Tree“, musste außerdem um 1 Jahr verschoben werden, auf 2002. In diesem Jahr eröffneten auch die Raftinganlage „River Quest“ und der „Feng Ju Palace“ als Ersatzbauten für die dem Feuer zum Opfer gefallenen Attraktionen.



Erst im Jahr 2006 kam es zu der nächsten nennenswerten Erweiterung nach „China Town“: Es wurde „Deep in Afrika“ eröffnet. Hier zu finden ist die „Black Mamba“ als erste Achterbahn mit Überschlagselementen im Phantasialand. Zwei Jahre später komplettierte das Hotel Matamba diesen Bereich. Für eine authentische Ausstattung hat man in Kamerun ein Künstlerdorf errichten lassen, wo eigens die Kunstgegenstände gefertigt wurden. Für dieses Projekt investierte das Phantasialand rund 22 Millionen Euro.



Ab 2007 folgten weitere Umbauten, bei dem zu Beginn viele ältere Attraktionen aus den Anfangsjahren weichen mussten. 2008 und 2009 wurden der „Phantasialand-Jet“, die Gondelbahn „1001 Nacht“ samt Bootsfahrt, der „Neptunbrunnen“ und das „Brandenburger Tor“ abgebaut. 2010 entstand auf dem neuen Grundriss in „Alt Berlin“ der „Kaiserplatz“, auf dem 2011 der „Wellenflug“ eröffnet wurde. Dahinter das „Quantum“ als Eventlocation mit Veranstaltungsräumen, die für Tagungen und Firmenfeiern angemietet werden können. In der Halle, die „Alt Berlin“ und „Wuze-Town“ trennt, eröffnete ebenfalls 2011 der Interaktive-3D-Darkride „Maus au Chocolat“. Auch „Wuze Town“ bekam 2010 neue Attraktionen mit „der lustige Papagei“, „die fröhliche Bienchenjagd“, „Wolkes Luftpost“, „Würmling Express“ und „Baumberger Irrgarten“. Geschlossen wurde dafür „Bolles Spielend“.



2012 und 2013 wurde der Bereich „Mexiko“ zu großen Teilen neu gebaut. Die Wildwasserbahnen „Stonewash und Wildwash Creek“ und der „Jet-Bahnhof“ wurden abgerissen und die neue Wildwasserbahn „Chiapas“ neu gebaut, ebenfalls eröffnete das „Verrückte Hotel Tartüff“ in Berlin.



2014 mussten die Westernstadt „Silver City“ mit der „Silbermine“ weichen, auf dessen Gelände wurde bis 2016 „Klugheim“ gebaut. Dies war eine Erweiterung des Themenbereichs Mystery mit den Attraktionen „Taron“ und „Raik“. Auch hier sind faszinierende Felselemente zu finden, welche eine atemberaubende Kulisse schaffen, im wesentlichen aber erneut dem Lärmschutz dienen.



Aktuell entsteht seit 2017 anstelle des Simulators „Race for Atlantis“ der neue Abschnitt „Rookburgh“, der den Launched Flying Coaster F.L.Y. beinhalten wird.







Eine zusätzliche Besonderheit entstand 2009 als das Phantasialand den Park offiziell in sechs Themenbereiche unterteilte. Jedem dieser Bereiche ist ein Drachen-Markottchen zugewiesen, die jeweils vor Ort als Lauffiguren zu finden sind.



Diese Bereiche sind: „Berlin“ (1970) mit dem Maskottchen „Drago“, „Mexiko“ (1972) mit dem Maskottchen „Quetzal“, „China Town“ (1981) erhielt Maskottchen „Wang“, „Mystery“ (1998) bekam Maskottchen „Schneck“, „Fantasy“ (2002) hat Maskottchen „Phenie“ und „Deep in Afrika“ (2006) wird begleitet vom Maskottchen „Kroka“.

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